Inklusiver Unterricht
In diesem Blog wird die Methode PriMaPodcast vorgestellt. Dabei handelt es sich um Audioaufnahmen (sog. Podcasts), die von Schüler*innen (der Primarstufe) zu mathematischen Themen selbst erstellt werden. In diesem Blog soll aufgezeigt werden, dass die Methode durch die entsprechende didaktische Rahmung für inklusive Settings und heterogene Lerngruppen nutzbar wird. Neben methodischen Hinweisen gibt es auch Beispiele von Schüler*innen zu hören.
Sprachlichen Anforderungen begegnen
Im inklusiven Unterricht ist eine große sprachliche Heterogenität zu erwarten. Deshalb sollte inklusiver Unterricht sprachsensibel gestaltet sein. Dabei werden folgende Prinzipien für sprachfördernden Unterricht erfüllt:
- Spezifische Sprachförderung: Sprachliche Hilfestellung wie ein Wortspeicher sollte bereitgestellt und aktiv genutzt werden. Zudem kann eine spezifische Förderung auf der Diskursebene angestrebt werden, da besonders das Beschreiben und Argumentieren benötigt werden, wenn die Lernenden den Lerninhalt mündlich in einem Podcast darstellen sollen.
- Sprach- und kommunikationsfördernde Lernumgebungen & kommunikationsförderndes Milieu: Die Methode sieht vor, dass in kleinen Gruppen gearbeitet wird, das Setting ist kooperativ ausgelegt. So bekommen die Lernenden vermehrt Sprachgelegenheiten in kleinerer Runde.
- Lehrkraftsprache: Die Lehrkraft als Sprachvorbild ist ein wichtiges Prinzip für Sprachsensiblen Unterricht. Hier nimmt sie in der Redaktionssitzung eine besondere Rolle ein, in den anderen Phasen kann sie durch klare Aufgabenstellungen sprachlich unterstützen.
- Förderung sprachlich-emotionaler Selbstkompetenz: Die Lernenden erstellen ein eigenes Produkt. Dies findet in einem geschützten Raum statt: Sie arbeiten in einer kleinen Gruppe zudem gibt es die Möglichkeit die Aufnahme zu üben und nachzubearbeiten (Knobbe, 2023).
Digitale Medien
Die Nutzung digitaler Medien ermöglicht es den Fokus auf bestimmte Kommunikationsweisen zu richten. Bei der Erstellung von mathematischen Audio-Podcasts (‚PriMaPodcasts’) geht es um mündliches Darstellen und Kommunizieren. Die Erstellung von PriMaPodcasts eröffnet Möglichkeiten zum Lernen, zur Diagnose und zum Forschen.
- Lernen: Durch die ausschließliche Nutzung der mündlichen Darstellungsebene wird das mathematische Lernen unterstützt. Die Lernenden setzen sich intensiv mit den vermittelten Inhalten auseinander.
- Diagnose: Indem die Lehrkraft die Äußerungen anhört, bekommt sie Einblick in die mathematischen Vorstellungen und Denkweisen der Lernenden. Die spontanen und geplanten Aufnahmen können während und nach dem Erstellungsprozess analysiert werden.
- Forschung: Da Mathematik eher eine schriftlich-grafisch basierte Wissenschaft ist, ist es interessant zu erfahren was passiert, wenn der Fokus auf der mündlichen Darstellungsweise ist. Unser Forschungsinteresse besteht darin zu untersuchen, wie die Lernenden mathematische Inhalte verbalisieren.